DCMA-14-Analyse
Woher DCMA 14 kommt
Die 14-Punkte-Analyse stammt von der Defense Contract Management Agency (DCMA), der Vertragsbehörde des US-Verteidigungsministeriums. Sie wurde entwickelt, um in Rüstungsprojekten schnell zu erkennen, ob ein eingereichter Terminplan überhaupt prüf- und steuerbar ist. Seit der Veröffentlichung des „14 Point Schedule Assessment" hat sich die Methode weit über ihren Ursprung hinaus etabliert, heute auch in Chemie, Pharma, Energie und Infrastruktur.
Wichtig für das Verständnis: Die Analyse bewertet die Struktur eines Terminplans, nicht dessen fachliche Richtigkeit. Sie beantwortet die Frage, ob ein Plan rechnen und prognostizieren kann, nicht aber, ob die geplanten Vorgänge inhaltlich sinnvoll sind.
Was die Analyse prüft
Die 14 Prüfpunkte lassen sich drei Gruppen zuordnen:
Netzplanlogik: Sind alle Vorgänge verknüpft, und beschreiben die Verknüpfungen echte Abhängigkeiten (Prüfpunkte 1 bis 4)?
Zwangstermine und Puffer: Wird der Plan von Terminvorgaben statt von Logik getrieben, und sind die Puffer plausibel (Prüfpunkte 5 bis 9)?
Fortschritt und Prognose: Wird gemessen, was geplant war, und trägt der kritische Pfad eine Vorhersage (Prüfpunkte 10 bis 14)?
Die 14 Prüfpunkte im Überblick
Nr. | Prüfpunkt | Kriterium / Schwellwert |
|---|---|---|
1 | Logic (Verknüpfungen) | Höchstens 5 % der Vorgänge ohne Vorgänger oder Nachfolger |
2 | Leads (negative Zeitabstände) | Keine negativen Zeitabstände zwischen Vorgängen (0 %) |
3 | Lags (positive Zeitabstände) | Höchstens 5 % der Verknüpfungen mit positivem Zeitabstand |
4 | Relationship Types (Beziehungsarten) | Mindestens 90 % Ende-Anfang-Beziehungen |
5 | Hard Constraints (Zwangstermine) | Höchstens 5 % der Vorgänge mit hartem Zwangstermin |
6 | High Float (hoher Puffer) | Höchstens 5 % der Vorgänge mit Gesamtpuffer über 44 Arbeitstagen |
7 | Negative Float (negativer Puffer) | Kein Vorgang mit Gesamtpuffer unter 0 |
8 | High Duration (lange Vorgänge) | Höchstens 5 % der Vorgänge mit Restdauer über 44 Arbeitstagen |
9 | Invalid Dates (ungültige Termine) | Keine Ist-Termine in der Zukunft, keine Prognosetermine in der Vergangenheit |
10 | Resources (Ressourcen) | Alle Vorgänge mit Dauer größer 0 tragen Ressourcen oder Kosten |
11 | Missed Tasks (verpasste Vorgänge) | Höchstens 5 % der Vorgänge später als in der Baseline |
12 | Critical Path Test (Test des kritischen Pfads) | Ein künstlicher Verzug auf einem kritischen Vorgang verschiebt das Projektende im gleichen Umfang |
13 | CPLI (Critical Path Length Index) | Mindestens 0,95 |
14 | BEI (Baseline Execution Index) | Mindestens 0,95 |
Die genannten Schwellwerte sind die Richtwerte der DCMA. In der Praxis werden sie projektspezifisch vereinbart: Eine Anlagenerweiterung im laufenden Betrieb hat aus guten Gründen mehr Zwangstermine als ein Neubau auf der grünen Wiese. Entscheidend ist, dass Abweichungen begründet und über die Projektlaufzeit stabil sind.
Wie CEPT mit DCMA 14 arbeitet
Wir prüfen jeden übernommenen Terminplan vor der ersten Steuerungsrunde und danach in jedem Fortschreibungszyklus. Die Ergebnisse gehen als feste Kennzahl in den Projektbericht ein, sodass die Planungsqualität über die Laufzeit vergleichbar bleibt. Verletzte Prüfpunkte behandeln wir nicht als Mängelliste, sondern priorisiert: Zuerst wird repariert, was die Prognose verfälscht.
Die Auswertung selbst läuft automatisiert; die Bewertung der Befunde bleibt Facharbeit. Ein Plan kann alle 14 Punkte bestehen und trotzdem am Projekt vorbeigehen. Umgekehrt ist ein Plan, der mehrere Punkte reißt, praktisch nie steuerbar.
Häufige Fragen zur DCMA-14-Analyse
Was ist die DCMA-14-Punkte-Analyse?
Die DCMA-14-Punkte-Analyse ist ein Satz von 14 Prüfpunkten zur Bewertung der Qualität von Terminplänen, entwickelt von der US-amerikanischen Defense Contract Management Agency. Sie untersucht die Struktur eines Plans (Verknüpfungen, Zwangstermine, Puffer, Fortschritt und Prognosegüte) und nicht dessen inhaltliche Richtigkeit. Ein Plan, der mehrere Prüfpunkte reißt, lässt sich in aller Regel nicht zuverlässig steuern.
Ist DCMA 14 eine Zertifizierung?
Nein. Es gibt weder ein Zertifikat noch eine akkreditierende Stelle; DCMA 14 ist eine offen dokumentierte Prüfmethode. Auftraggeber können ihre Einhaltung allerdings vertraglich fordern, und in Großprojekten ist das zunehmend üblich.
Welche Schwellwerte gelten als bestanden?
Als Richtwerte gelten unter anderem: höchstens 5 % der Vorgänge ohne Vorgänger oder Nachfolger, keine negativen Zeitabstände, mindestens 90 % Ende-Anfang-Beziehungen sowie CPLI und BEI von mindestens 0,95. Diese Werte stammen aus dem Rüstungsumfeld und werden in Industrieprojekten meist angepasst. Wichtiger als der einzelne Schwellwert ist, dass Abweichungen begründet und über die Zeit stabil sind.
Ab welcher Projektgröße lohnt sich die Prüfung?
Sinnvoll wird die Prüfung ab etwa 300 bis 500 Vorgängen, weil strukturelle Fehler in kleineren Plänen noch durch aufmerksames Lesen gefunden werden. Bei mehreren Gewerken, externen Schnittstellen oder mehrjähriger Laufzeit gehört sie in jeden Fortschreibungszyklus. Der Aufwand je Prüfung ist gering, sobald die Auswertung automatisiert läuft.
Terminplan nach DCMA 14 prüfen lassen
Wir prüfen Ihren aktuellen Planstand und besprechen die Befunde, mit priorisierten Maßnahmen statt einer Mängelliste.